Anmerkungen zu den Emissionswerten Juli 2021

Die Juli-Emissionswerte zeigen, dass die Anlage bei den NOx-Emissionen weiterhin mit hohem Risiko der Grenzwertüberschreitung betrieben wird: 

Der höchste Wert lag an einem Tag bei 200 mg/Nm3, also beim Grenzwert, an mehreren Tagen sehr knapp darunter; es gab aber keine Überschreitung.

Auffällig ist, dass für diese ohnehin schon nahe an der Überschreitung liegenden NOx-Werte offenbar besonders viel Ammoniaklösung eingesprüht werden musste: Während sonst die Ammoniak-Emissionen bei 10-12 mg/Nm3 im Monatsmittel lagen, waren sie jetzt im Mittel mit 16 mg/Nm3 deutlich höher, einzelne Werte lagen weit über 20 mg/Nm3, allerdings noch unterhalb des zulässigen Grenzwertes von 30 mg/Nm3. 

Unklar ist, ob dieser höhere Bedarf (und das damit verbundene erhöhte "Durchschlüpfen" ("Ammoniak-Schlupf") von Ammoniak an einer veränderten Abfallzusammensetzung liegt oder an Schwierigkeiten der SNCR-Anlage zur NOx-Minderung (viele Gründe könnte es hier geben, z.B. ungenaue/defekte Temperaturmessung, so dass überdosiert wurde).

Die anderen Werte sind im üblichen Bereich, d.h. (nach Abzug der Messunsicherheit):

- Staub im Bereich von null,

- Schwefeldioxide im Bereich von null bis 2 mg/Nm3

- Organische Stoffe (Gesamt C) im Bereich von 6 mg/Nm3

- Kohlenmonoxid zwischen 300-550 mg/Nm3

- Quecksilber im Bereich von 14 mg/Nm3, ohne hohe Tagesspitzen

Wir erörtern intern, eine Anfrage bei der Behörde zu machen, ob sich die Abfallzusammensetzung geändert hat oder die SNCR-Anlage defekt ist, weil bei relativ hohen NOx-Tageswerten die NH3-Emissionen im Vergleich zu anderen Monaten außergewöhnlich hoch sind.


Evaluierung der Emissionswerte Mai/Juni 2021 und zwei Anträge

Der Bericht zum Juni 2021 zeigt die üblichen Emissionswerte:

Relativ hohe NOx-Werte nahe am Grenzwert, an zwei Tagen wieder mit sehr hohem Risiko der Grenzwertüberschreitung - aber es gab diesmal keine Überschreitung.

Die übrigen Emissionswerte waren unauffällig. 

Im Mai gab es zweimal Betriebsstillstände von neun und drei Tagen. Nach dem zweiten Stillstand war ein sehr hoher NOx-Werte zu beobachten, aber dies war offenbar ein Einfahrproblem, danach wurde höherer Abstand vom Grenzwert gehalten. Auch im Mai waren die übrigen Emissionswerte im üblichen Bereich. 

Insgesamt ergibt sich der Eindruck, dass etwas mehr Abstand zum NOx-Grenzwert gehalten wird und das Risiko einer Grenzwertüberschreitung nicht mehr ganz so häufig eingegangen wird. 

Es gibt neue Anträge von Holcim: 

Es sieht so aus, als würde die Lager- und Verarbeitungskapazität von Abfallbrennstoffen ausgeweitet. Ob die zusätzlichen Brecher zu Lärmbelästigung führen, kann nicht abschließend beurteilt werden, 

Werte Holcim August und Juli 2020

Die Emissionsprotokolle von Juli und August 2020 haben bei den Messwerten außer NOx keine Auffälligkeiten.

Bei NOx ist es weiterhin so, dass HOLCIM versucht, so nahe wie möglich am Grenzwert zu fahren. Was dazu führen muss, dass es immer mal wieder zu Verstößen kommt! Sie (Holcim) nehmen dieses Risiko offenbar bewusst in Kauf, da sie dafür offenbar keine Konsequenzen fürchten müssen. 

Sie haben die Technik aber nicht im Griff:

Am 10.7. gab es mit 232 mg/m3 einen heftigen Verstoß gegen den Grenzwert 200 mg/m3. Am 14.7. mit 201 mg/m3 dann erneut einen Verstoß. Im August gab es keinen Verstoß, aber am 24.8. wurde der Grenzwert mit 200 mg/m3 genau erreicht - man betreibt die Anlage also stets voll mit dem Risiko der Grenzwertüberschreitung.

Wir werden die Behörde auf die erneuten Verstöße im Juli 2020 hinweisen und (rechtliche) Konsequenzen fordern: Anzusprechen und zu fragen, ob sie tolerieren, dass HOLCIM dauerhaft NOx-Grenzwertüberschreitungen produziert, weil sie stets so nahe am Grenzwert operieren, dass Überschreitungen unvermeidbar sind.


März 2020: Novellierung der 17. BimSchV; Offener Brief an Robert Habeck

Sehr geehrter Herr Habeck,

im Jahre 2012 hatten wir bereits Kontakt in Sachen der unannehmbaren Situation des Zementwerks (Müllverbrennung) HOLCIM in Lägerdorf. Damals waren Sie Umweltminister in Schleswig-Holstein. Das Schreiben unseres damaligen Vertreters legen wir Ihnen an.

Bitte lassen Sie uns wissen, was bis heute durch Sie veranlasst ist und vor allem, was Sie gedenken auf Grund Ihrer aktuellen Bestrebungen zukünftig bzgl. dieses unannehmbaren Verfahrens konkret zu tun (wann, was, wie).

Mit freundlichen Grüßen

BIAB e.V.

Februar 2020: Keine Reaktion des LLUR

Nachdem sehr eindringlich beim LLUR das Auskunftsverfahren rechtsmittelbewährt erstritten werden soll gibt es seitens des LLUR keine Reaktion.

Wir werden über den Fortgang berichten.

Januar 2020:

Grenzwerte Januar 2020:

Zur Zeit in Auswertung

 

Auskunftsverfahren mit dem LLUR:

Im Rahmen uns nicht erteilter Auskünfte des LLUR haben wir inzwischen eine rechtliche Klärung eingeleitet.

Gegen eine ablehnenden Bescheide der Behörde wurde durch unsere Rechtsanwälte Rechtsmittel erhoben. Es wird eine gerichtliche Klärung angestrebt um zukünftige Auskünfte ohne jeweils neue Rechtsbehelfe zu erlangen.

Dazu Vorstandsmitglied Marc Ehlers: "Es ist bedauerlich, dass wir gezwungen sind rechtlich gegen eine Behörde (LLUR) vorzugehen um unsere berechtigten Auskunfstsansprüche geltend machen zu müssen. Wir würden uns im Rahmen des Umweltschutzes eine bessere Unterstützung der Behörde wünschen - denn diese ist auch zum großen Teil durch Steuergelder von den Bürgern finanziert, die es betrifft." 

Über den Fortgang werden wir berichten.

Dezember 2019:

Holcimbesuch

Am 10.12.2019 fand der turnusmäßige Besuch bei Holcim in Lägerdorf im Rahmen des laufenden Austauschs statt. Details dazu in Kürze.

 

Auswertung der Messwerte Dezember 2019:

Die Auswertung der vom LLUR übermittelten Tageswerte für Dezember 2019 zeigt, dass keiner der kontinuierlich gemessenen Schadstoffe des Zementwerkes einen Tagesgrenzwert überschritten hat.

Die Staubemissionen, und damit auch alle am Staub haftenden Schwermetalle (z.B. Blei, Nickel) waren nach dem Gewebefilter so gering, dass der Messwert bei Abzug der Messunsicherheit "null" ergab.

Auch beim Schwefeldioxid lag der Messwert nahe null.

Bei Kohlenmonoxid und organischen Verbindungen lagen die Werte in ähnlicher relativ niedriger Größenordnung wie in den Vormonaten.

Die seit Anfang 2019 gesetzlich auf 200 mg/m3 gesenkten Stickstoffdioxid-Emissionen lagen im Dezember im Mittel bei 185 mg/m3; die Tageswerte lagen erneut sehr nahe am Grenzwert, aber es kam nicht mehr wie in Vormonaten des Jahres 2019 zu Überschreitungen von 200 mg/m3. Der höchste Tagesmittelwert betrug im Dezember 2019 nach Abzug der Messunsicherheit 198 mg/m3.

Zur Stickstoffdioxid-Minderung wird Ammoniakwasser eingedüst, was bei Überdosierung zu Emissionen von Ammoniak führen kann. Die Ammoniak-Emissionen haben sich durch die verstärkte Eindüsung zur Einhaltung der schärferen Stickstoffoxidgrenzwerte gegenüber 2018 verdoppelt. Sie liegen seit Februar 2019 stets etwa gleich auf einem Niveau von 10-13 mg/m3 im Monatsmittel.

Auffällig sind die steigenden Quecksilberemissionen. Während der Mittelwert in den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 noch bei 14-15 µg/m3 lag, stieg er in den folgenden fünf Monaten auf Werte zwischen 17-19 µg/m3 im Monatsmittel an und erreichte im November 25 µg/m3, im Dezember 23 µg/m3. Gründe dafür sind nicht bekannt. Nach Aussage von Holcim (Dezember 2019) erfolgte keine wesentliche Änderung der mitverbrannten Abfälle. Eine Ursachenforschung, wie es zur Erhöhung kam, sollte erfolgen.

Die Tagesmittelwerte erreichten im November 2019 zweimal den zulässigen Quecksilber-Grenzwert (30 µg/m3). Im Dezember wurde der Grenzwert an einem weiteren Tag voll ausgeschöpft. Die weiteren  Tagesmittelwerte lagen zwischen 19-27 µg/m3. Im Vergleich zum Jahr 2018 ist die mittlere Quecksilberkonzentration von 16,4 auf  18,0 µg/m3 um 10 % gestiegen. Zur Menge der Quecksilberemission im Jahr 2019 liegen noch keine Informationen vor. Für das Jahr 2017 hatte das Werk mit 78,2 kg die höchsten Quecksilberemissionen von 38 Drehrohröfen zur Klinkerproduktion in Deutschland gemeldet.

Es sollte wie in anderen Zementwerken eine Aktivkohleeindüsung  erfolgen, um die Quecksilberemissionen dauerhaft zu senken.

Bei der vorstehenden Auswertung der Messwerte handelt es sich um die eigene Interpretation der uns zur Verfügung gestellten Messwerte, die wir mit Hilfe eines Sachverständigen ständig auswerten. Trotz dessen übernehmen wir keine Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit unserer Auswertung und Angaben.

Dezember 2019:

Neue Anwaltskanzlei

Nach Beschluss im Vorstand und Information der Mitglieder freuen wir uns ab sofort mit der renommierten Kanzlei Baumann Rechtsanwälte in Leipzig zusammenarbeiten zu können-.